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Vakuumziehen im HVAC-R-Bereich: Schritt-für-Schritt-Anleitung + 7 Fehler, die die Inbetriebnahme gefährden

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Das Vakuumziehen ist ein kritischer Schritt in der Klimatechnik. Zu oft wird es vernachlässigt oder falsch durchgeführt, obwohl es entscheidend für die Zuverlässigkeit, Leistung und Lebensdauer einer Kälte- oder Klimaanlage ist. 
Ein effizientes Vakuumziehen entfernt Luft, Feuchtigkeit und nicht kondensierbare Gase und verhindert so Korrosion, Säurebildung und vorzeitige Ausfälle. 
Hier finden Sie eine einfache und professionelle Methode für ein erfolgreiches Vakuumziehen sowie die häufigsten Fehler, die Sie vermeiden sollten. 
 

Die Voraussetzungen vor dem Vakuumziehen

Vor jedem Eingriff muss die Anlage vollkommen dicht sein. Eine Druckprüfung mit Stickstoff ist unerlässlich, um das Fehlen von Leckagen zu bestätigen. Zur Absicherung dieses Schritts ermöglicht die Verwendung eines Schaummittels „Millebulle“, Leckagen an den Anschlüssen sichtbar zu machen. Es ist außerdem möglich, ein Wasserstoff-Stickstoff-Gemisch zu verwenden, das mit einem elektronischen N2H2-Lecksuchgerät wie dem LT-300-PRO2 erkannt werden kann, um die Lecksuche zu präzisieren.


Auch die Qualität der Anschlüsse ist entscheidend. Ein kontrolliertes Anziehen mit einem digitalen Drehmomentschlüssel hilft, Leckagen zu vermeiden und die mechanische Festigkeit der Anschlüsse sicherzustellen.


Die Dichtungen der Schläuche können nach mehreren Handhabungen beschädigt werden. Daher ist es wichtig, deren Dichtheit zu überprüfen. Die Verwendung von „Zero Emission“-Schläuchen wie den VZE-755 kann die Handhabung erleichtern, auch wenn ihr Einsatz besonders bei Wartungsarbeiten von Vorteil ist.


Außerdem muss die Vakuumpumpe an die Größe der Anlage angepasst sein. Für gängige Einsätze ermöglicht eine leistungsstarke zweistufige Pumpe wie die VPX-240-R32 oder VPX-260-R32 das schnelle Erreichen eines tiefen Vakuums. Bei größeren Anlagen sorgt eine Pumpe mit hohem Volumenstrom wie die VPX-300-R32 für eine deutliche Zeitersparnis. Für Anlagen mit Propan (R290) oder in risikobehafteten Umgebungen wird die Verwendung einer ATEX-zertifizierten Pumpe wie der HVP-260-EX von den französischen Kältefachverbänden empfohlen, um sicher zu arbeiten.


Für eine zuverlässige Messung bleibt schließlich die Verwendung eines elektronischen Vakuummeters wie dem VGW-760  dringend empfohlen.

 

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Vakuumziehen

1- Die Monteurhilfe an die Anlage anschließen: das Niederdruckmanometer (ND) an das Niederdruck-Serviceventil des Verdichters und das Hochdruckmanometer (HD) an das Hochdruck-Serviceventil. Während des Vakuumziehens wird der Unterdruck mithilfe eines Vakuummeters wie dem VGW-760 von LINSTRUMENT gemessen.

2- Die Vakuumpumpe an den Serviceanschluss der Monteurhilfe anschließen, um den Kältekreislauf zu evakuieren.

3- Die HD- und ND-Ventile der Monteurhilfe sowie die Serviceventile des Verdichters öffnen, damit der gesamte Kreislauf verbunden wird und Luft sowie Restgase abgesaugt werden können.

4- Die Vakuumpumpe einschalten, nachdem zuvor der Ölstand und der allgemeine Zustand des Geräts überprüft wurden.

5- Die Pumpe je nach Größe und Komplexität der Anlage zwischen 30 Minuten und mehreren Stunden laufen lassen.

6- Nach Abschluss des Vakuumziehens den auf dem Vakuummeter angezeigten Wert prüfen. Dieser muss unter dem Dampfdruck liegen, der der Umgebungstemperatur entspricht. Anschließend die HD- und ND-Ventile der Monteurhilfe schließen, um die Anlage zu isolieren, und die Vakuumpumpe ausschalten.

7- Die Vakuumpumpe sowie das Vakuummeter trennen. Einige Minuten warten und anschließend den Druck erneut ablesen. Steigt der Druck wieder an, weist dies auf eine Leckage in der Anlage hin. Steigt der Druck an und stabilisiert sich anschließend, deutet dies auf Restfeuchtigkeit hin: In diesem Fall ist eine Spülung mit Stickstoff erforderlich, bevor das Vakuumziehen erneut durchgeführt wird.

8- Bleibt der Druck unverändert, gilt die Anlage als dicht und ist bereit für die Befüllung mit Kältemittel.

Die durchzuführenden Kontrollen

Ein Vakuumziehen wird niemals allein durch einen erreichten Wert validiert. Entscheidend ist, ob das Vakuum über die Zeit stabil bleibt. 
Steigt der Druck schnell wieder an, deutet dies in der Regel auf eine Leckage hin. Erfolgt der Druckanstieg langsam, weist dies häufig auf Feuchtigkeit im Kreislauf hin. In diesem Fall kann es notwendig sein, einen weiteren Vakuumziehzyklus durchzuführen oder das Vakuumziehen in mehreren Phasen mit Stickstoffinertisierung zu wiederholen. 
Die Gesamtleistung hängt außerdem direkt vom Volumenstrom der verwendeten Pumpe ab. Eine unterdimensionierte Pumpe verlängert die erforderliche Zeit erheblich und verringert die Effizienz der Trocknung.

Die 7 Fehler, die die Inbetriebnahme gefährden

Einige Fehler treten in der Praxis besonders häufig auf und können die gesamte Anlage beeinträchtigen.

1. Keine Stickstoffprüfung vor dem Vakuumziehen durchführen 
Eine undichte Anlage zu evakuieren, ist reine Zeitverschwendung.

2. Den Verschleiß der Schlauchdichtungen nicht beachten 
Abgenutzte oder beschädigte Dichtungen können schwer erkennbare Leckagen verursachen und die Qualität des Vakuumziehens beeinträchtigen.

3. Nur über eine Seite evakuieren (außer bei Anlagen mit nur einem Anschluss) 
Das begrenzt den Durchfluss und verlängert die erforderliche Zeit erheblich.

4. Sich ausschließlich auf das Vakuummeter der Pumpe verlassen 
Es ist nicht präzise genug. Ein elektronisches Vakuummeter ist unverzichtbar.

5. Das Vakuumziehen zu früh beenden 
Einen bestimmten Vakuumwert zu erreichen, reicht nicht aus. Entscheidend ist, seine Stabilität zu überprüfen.

6. Feuchtigkeit im Kreislauf vernachlässigen 
Feuchtigkeit ist der Hauptfeind. Sie erfordert manchmal ein Vakuumziehen in mehreren Schritten.

7. Die Pumpe nicht an die Größe der Anlage anpassen 
Eine unterdimensionierte Pumpe verhindert, dass ein korrektes Vakuum erreicht wird. 
 

Fazit

Ein korrekt durchgeführtes Vakuumziehen ist die Grundlage für eine zuverlässige und leistungsstarke Anlage. Es handelt sich nicht nur um einen technischen Schritt, sondern um eine echte Qualitätskontrolle des Kältekreislaufs. 
Durch die Einhaltung eines präzisen Verfahrens und die Vermeidung häufiger Fehler gewährleisten Sie die Langlebigkeit der Geräte, die Energieeffizienz und die Zufriedenheit Ihrer Kunden.

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